Gefälschte Goldbarren erkennen
Gefälschte Goldbarren erkennen: Wolfram-Fälschungen und Warnzeichen
Gold gilt als eine der sichersten Anlageformen überhaupt und dennoch ist es auch ein beliebtes Ziel für Fälscher. Besonders Wolfram hat sich als Fälschungsmaterial etabliert, denn es besitzt eine Dichte, die der von Gold erstaunlich nahekommt. Doch mit dem richtigen Wissen und ein paar einfachen Prüfschritten lassen sich gefälschte Goldbarren zuverlässig entlarven.
Warum ist Wolfram das bevorzugte Material für Goldfälschungen?
Wolfram hat eine Dichte von rund 19,25 g/cm³ – Gold liegt bei 19,32 g/cm³. Diese Werte liegen so nah beieinander, dass ein Barren mit einem Wolframkern beim bloßen Wiegen auf einer "normalen Waage" kaum auffällt. Und genau das macht Wolfram für Fälscher interessant. Bekannt wurden solche Fälschungen vor allem durch Fälle, bei denen Goldbarren mit einem Wolframkern ummantelt und mit einer dünnen Goldschicht überzogen wurden. Von außen betrachtet ist ein solcher Barren kaum von einem echten zu unterscheiden. Solche Fälschungen tauchen für gewöhnlich häufiger im Privatverkauf auf als beim Goldhändler Ihres Vertrauens - bei zertifizierten Goldbarren mit lückenloser Herkunft ist das Risiko praktisch ausgeschlossen.
Mittlerweile sind manche Fälschungsmethoden noch weiter fortgeschritten: Bei Barren mit einer gewissen Höhe wird der Barren an mehreren Stellen aufgebohrt, Wolframstäbe werden eingesetzt und die Bohrlöcher anschließend wieder mit Gold verschlossen. Im fertigen Barren stecken dann quasi mehrere Wolframstäbe. Von außenist bei dieser Methode nichts zu sehen.
Worauf sollte man zuerst achten? - Maße und Gewicht
Der erste und einfachste Prüfschritt betrifft Abmessungen und Gewicht. Bei standardisierten Goldbarren von LBMA-akkreditierten Herstellern wie Heimerle + Meule, sind die Gewichtstoleranzen minimal. Weicht das tatsächliche Gewicht oder die Maße auch nur geringfügig vom Sollwert ab, ist das ein erstes Warnsignal.
Wer einen Barren zuhause prüfen möchte, sollte daher unbedingt eine präzise, geeichte Waage verwenden und das Ergebnis mit den offiziellen Herstellerangaben abgleichen. Bereits eine Abweichung von wenigen Promille kann auf eine Fälschung oder Manipulation hindeuten.
Wichtig zu wissen: Diese Methode allein reicht nicht aus, um Wolfram-Fälschungen auszuschließen. Da die Dichte von Wolfram der von Gold so nahekommt, kann ein geschickt gefertigter Fälschungsbarren beim reinen Gewichtsvergleich unauffällig bleiben. Deshalb braucht es weitere, technische Prüfverfahren.
Wie funktioniert die Prüfung mit RFA-Analyse?
Die Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA), ist eine der zuverlässigsten Methoden zur zerstörungsfreien Materialprüfung von Edelmetallen. Dabei wird die Oberfläche des Barrens mit Röntgenstrahlung angeregt, wodurch die enthaltenen Elemente eine für sie charakteristische Fluoreszenzstrahlung aussenden. Anhand dieses „Fingerabdrucks" lässt sich der Feingehalt und die genaue Zusammensetzung der Legierung bestimmen.
Der große Vorteil der RFA-Analyse: Sie ist schnell, zerstörungsfrei und liefert innerhalb weniger Sekunden ein präzises Ergebnis.
Der entscheidende Punkt: Die RFA-Analyse prüft ausschließlich die Oberfläche des Materials. Ein Barren, der außen mit einer dünnen, echten Goldschicht ummantelt wurde, würde bei einer reinen RFA-Prüfung also ebenso als echtes Gold durchgehen. Aus diesem Grund ist die RFA-Analyse zwar ein wichtiger erster Schritt, aber immer noch kein alleiniger Garant für die Echtheit.
Was passiert, wenn die Oberflächenprüfung unauffällig bleibt?
Genau hier kommt die zweite, entscheidende Prüfmethode ins Spiel: die Wirbelstromprüfung. Besteht die Oberfläche die RFA-Analyse, wird im nächsten Schritt der Kern des Barrens kontrolliert.
Bei der Wirbelstromprüfung wird ein elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt, das im Metall sogenannte Wirbelströme induziert. Diese Wirbelströme verhalten sich je nach elektrischer Leitfähigkeit und magnetischen Eigenschaften des Materials unterschiedlich.
Gold und Wolfram unterscheiden sich in ihrer elektrischen Leitfähigkeit erheblich, auch wenn ihre Dichte fast identisch ist. Diese physikalische Eigenschaft macht sich die Wirbelstromprüfung zunutze: Sie kann durch die äußere Goldschicht hindurch „hineinsehen" und erkennt zuverlässig, ob sich im Kern des Barrens tatsächlich durchgängig Gold befindet oder ein anderes Metall verborgen ist. Diese Methode gilt als eine der wenigen zuverlässigen Möglichkeiten, um auch aufwendig gefälschte Barren mit Wolframkern zerstörungsfrei zu entlarven.
Reicht eine Prüfmethode allein aus?
Nein. Und genau das ist der zentrale Punkt, den Sie als Käufer verstehen müssen. Eine seriöse Echtheitsprüfung kombiniert immer mehrere Methoden:
- Gewichts- und Maßkontrolle: Erster, schneller Plausibilitätscheck
- RFA-Analyse: Prüft die Oberflächenzusammensetzung präzise
- Wirbelstromprüfung: Kontrolliert den Kern des Barrens
Nur die Kombination dieser Verfahren bietet eine wirklich verlässliche Aussage über die Echtheit eines Goldbarrens. Wer einen Barren privat kauft z.B. über Kleinanzeigen oder von unbekannten Quellen sollte sich dieser Risiken bewusst sein. Eine rein optische Prüfung oder ein Magnettest allein reichen nicht aus, um professionell gefertigte Fälschungen zu erkennen.
Woran erkennt man verdächtige Angebote schon im Vorfeld?
Grundsätzlich gilt es beim Kauf von Gold ein paar einfache Warnsignale zu beachten:
- Preis deutlich unter Marktniveau: Ein Angebot, das spürbar günstiger ist als der aktuelle Goldwert, sollte immer misstrauisch machen
- Fehlende oder unklare Herkunft: Seriöse Barren stammen von bekannten oder gar LBMA-akkreditierten Raffinerien
- Beschädigte oder geöffnete Verpackung: Original versiegelte Barren – z.B. von Heimerle + Meule – sind so verpackt, dass eine Öffnung nicht unbemerkt rückgängig gemacht werden kann.
- Verkauf unter Zeitdruck: Wird auf eine schnelle Entscheidung gedrängt, ist Vorsicht geboten.
Was tun, wenn man sich unsicher ist?
Wenn Sie einen Goldbarren besitzen oder kaufen möchten und sich über dessen Echtheit nicht sicher sind, sollten Sie sich nicht auf einfache "Hausmittel-Tests" verlassen. Ein professioneller Edelmetallhändler verfügt über die notwendige Ausrüstung, um sowohl die Oberfläche als auch den Kern zuverlässig zu prüfen.
Bei ALPENGOLD nehmen wir uns die Zeit, jeden Barren sorgfältig zu begutachten. Kommen Sie gerne persönlich in unserem Fachgeschäft in Salzburg vorbei. Wir prüfen Ihre Edelmetalle transparent, fachkundig und ohne Verpflichtung.
